Herbstproduktion

Pressekritik: Riesenapplaus für diesen „Krankenschein“

Beitrag vom Starnberger Merkur vom 29.10.2022

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Kolpingbühne feiert mit Komödie nach Ray Cooney erste Premiere seit drei Jahren.

Starnberg – Sirenengeheul hallt durch das Starnberger Pfarrzentrum und kündigt den etwa 200 Gästen an: Die Starnberger Kolpingbühne tritt wieder auf. Am Donnerstagabend führten die Laienschauspieler die Premiere ihrer aktuellen Produktion „Und alles auf Krankenschein“ nach der gleichnamigen Komödie von Ray Cooney auf. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause ging damit erstmals wieder der Vorhang auf.

Die Bühne zeigt das Ärztezimmer eines Krankenhauses. Mittendrin: Hans Otto in seiner Rolle als Oberarzt Dr.  Richard Krüger. „Der Arzt, den ich spiele, hat ein uneheliches Kind, und das darf nicht auffliegen“, erklärt Otto seine Rolle. Als die mittlerweile 18-jährige Sascha dann plötzlich vor ihm steht, beginnt ein Chaos aus Lügen, Verstrickungen und falschen Identitäten, das die zehn beteiligten Schauspieler authentisch präsentieren.

Spielleiter Josef Hiebl hatte schon vor Monaten mit der Stückauswahl begonnen. Er passte die Rollen an, kürzte das Original und schrieb es an manchen Stellen um. So können die Zuschauer auch den einen oder anderen Bezug zu Starnberg heraushören. Viel Witz, Überraschungen und vor allem die schauspielerische Leistung der Darsteller brachten häufigen Szenenapplaus. „Die, die spielen, brennen“, sagt Otto. „Das hat man auch bei den Proben gesehen. Wir haben einiges auf uns genommen.“

Die Schauspieler trafen sich in den zurückliegenden Monaten drei Abende die Woche, stellten andere private Dinge in den Hintergrund und trugen bei jeder Probe eine Maske. „Die Stimmen waren gedämpft, man hat keine Mimik gesehen“, so Otto. „Aber wir wollten unbedingt spielen. Bei der Generalprobe war ein richtiges Fieber da.“

Wie schon in den Vorjahren, so übernimmt Otto auch heuer eine umfangreiche Hauptrolle: mehr als 350 Einsätze und Bühnenpräsenz nahezu von der ersten bis zur letzten Szene. „Das ist eine enorme Leistung“, lobt auch Josef Hiebl. „Ich ziehe meinen Hut.“ Ebenfalls für Begeisterung sorgt die 20-jährige Katharina Pillmann, die nach fünf Jahren im Jugendtheater zum ersten Mal mit dem großen Ensemble auf der Bühne steht. Gemeinsam mit Julian Ruppert teilt sie sich die Rolle des Teenagers. „Ich war sehr aufgeregt“, sagt Pillmann beim Sektempfang nach der Premiere. „Es war ein spannender Moment, bevor ich die Bühne betreten habe. Aber die Aufregung verfliegt, sobald die Tür aufgeht.“ Sie selbst sei zwar weder rebellisch noch impulsiv. „Aber meine Figur ist es“, sagt Katharina Pillmann. „Es ist mal was anderes, und ich bin stolz, dass wir das so gut über die Bühne gebracht haben.“

Der Besuch der Aufführung lohne sich in jedem Fall, sagte Besucher Otto Jakowidis, der seit zwölf Jahren kein Stück der Kolpingbühne verpasst hat. „Es war fantastisch“, schwärmte er. „Und was uns das Stück mitgibt: Gute Freunde sind Gold wert.“ Das Publikum bei der Premiere war total begeistert und spendete am Ende Riesenapplaus. Auch der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Andreas Weger, sitzt seit vielen Jahren im Publikum. „Besonders schön war das Heitere, Ungezwungene“, sagte er.