Ablauf einer Produktion unseres Jugendtheaters

Wie eine typische Produktion bei der Jugendgruppe abläuft

 

 

Das Theaterjahr der Jugendgruppe beginnt mit dem Ende der Herbstproduktion des Erwachsenentheaters. Zu diesem Zeitpunkt überlegt Barbara Schwab, unsere Jugendleiterin, welches Stück im kommenden Jahr zur Aufführung kommen wird. Wird es eine Neuinszenierung eines bekannten Jugendstückes? Oder wird eine Wiederholung drankommen? Bis Anfang Dezember muss die Entscheidung fallen, denn die Premiere findet vor Ostern des Folgejahres statt.

 

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Nach der Auswahl des Stückes gilt es, die vorhandenen Rollen zu besetzen. Manche Stücke werden umgeschrieben, weil es zu viele Spieler für die vorhandenen Rollen gibt. Dann werden Rollen geteilt oder zusätzliche Rollen geschrieben. Ziel ist, dass alle, die mitmachen wollen, auch mitmachen können. 

 

Während der Name des Stücks schon bald die Runde macht – geheim bleibt die Besetzung. Die wird erst bei der Leseprobe im Dezember bekannt gegeben, bei der alle künftigen Schauspieler, die Regie, die Unterstützer des Erwachsenentheaters – also Maske, Kostüme, Technik und Bühnenbau - und viele Zaungäste mit anwesend sind und beim gemeinsamen Lesen des Stückes mit fiebern. 

 

Und schließlich die berühmteste Frage „Wer hat wann keine Zeit“? Diese Frage bestimmt maßgeblich die Gestaltung des Probenplans, da die Jugendlichen neben dem Theater noch viele andere Hobbies haben, auf die Rücksicht genommen werden muss.

 

Auf  die Leseprobe folgt die Lernphase – zumeist über die Weihnachtsferien. „Unser Anspruch ist, dass zur ersten Probe der Text sitzt. Das erleichtert die Rollenarbeit“ sagt Manfred Stark, ein altgedientes Mitglied der Kolpingbühne. „Wie ist der Charakter angelegt, wie soll die Rolle gesprochen werden, wie ist die Betonung – das alles wird im Laufe der Proben erlernt. Toll ist, dass unsere „alten Hasen“ - also die Kinder und Jugendlichen, die schon öfters auf der Bühne gestanden sind - die Neulinge an die Hand nehmen und Ihnen helfen, wo es nötig ist.“ 

 

Jetzt beginnt auch die Suche nach den Requisiten, die für das Spiel auf der Bühne gebraucht und bereits während der Proben benötigt werden. Vieles haben wir im Fundus, aber gerade bei neuen Stücken wird viel Neues benötigt. 

Nach den Weihnachtsferien beginnen die eigentlichen Proben auf der Bühne. Bis zu drei Mal pro Woche sind die Spieler und das Regieteam im Pfarrzentrum zu finden. Von 17 Uhr bis 19 Uhr dauern die Proben, ein ausgeklügelter Plan sorgt dafür, dass jeder dann Probe hat,wenn er auch Zeit hat.

 

Bei den Kostümproben bekommen die jungen Schauspieler ihre Kostüme - meist aus dem eigenen Fundus der Kolpingbühne. Ohne Umschneidern geht es meist nicht, damit alles auch richtig passt. Und mal mehr und mal weniger Kostüme müssen von den vielen fleißigen Helferinnen – allen voran unserer „Schneidermeisterin“ Maria Brechtelsbauer - komplett neu geschneidert werden.

Ohne Lichtproben, in denen die richtig Ausleuchtung der Bühne mittels der bis zu 50 Scheinwerfer und Filter festgelegt wird, und Computer geht es auch im Jugendtheater nicht mehr. Jede Szene wird von Martin Brechtelsbauer, dem technischen Leiter der Bühne, einzeln in den Beleuchtungscomputer eingespeichert. Jeder Lichtwechsel kann dann während der Aufführung per einfachen Knopfdruck abgerufen werden.


Parallel zu den Proben erfolgt der Bühnenbau, bei dem die Kulissen teilweise neu gebaut oder überarbeitet werden. Auch diese Tätigkeiten werden von Mitgliedern der Kolpingbühne unter der Leitung von Rudi Götz durchgeführt.


Etwa zwei Wochen vor der Premiere beginnt die „Hochzeit“, bei der alle Teilbereiche einer Produktion zusammen kommen. Der Saal wird als Theatersaal bestuhlt, die Bühne wird aufgebaut, die Kulissen sind bespielbar, die Kostüme und Masken fertig, die Beleuchtung ist festgelegt, der Text sitzt.


Mit Haupt- und Generalprobe endet die Probenzeit, die mit großer Spannung erwarteten Aufführungen beginnen. Toi,toi, toi – hoffentlich auch diesmal wieder vor vollem Haus.